Häufig gestellte Fragen

Aufbau der Zeitung

Welches äußere Erscheinungsbild hat die Zeitung?
Die Zeitungen werden auf Zeitungspapier (45 g/m²) zweifarbig (schwarz und rot) und im Tabloid-Format (235 × 315mm) gedruckt. Jede Zeitung hat einen Umfang von zwölf Seiten, besteht also aus drei Blättern.

Wie soll die Zeitung heißen?
Die Zeitung hat keinen einheitlichen Namen, sondern erscheint in jedem Regional- oder Lokalprojekt unter einem anderen Namen. Einheitlich ist nur das Muster des Namens: „Rotes <Ortsname> / <Regionenname>“, also z.B. „Rotes Berlin“ oder  „Rotes Sauerland“. Bei Bedarf natürlich auch mal „Roter <Ortsname>“, z.B. „Roter Wedding“.

Was meint ihr mit „Regionalprojekt“ und „Lokalprojekt“?
Von den drei Blättern der Zeitung wird nur das innere zentral gestaltet. Die äußeren können von weitgehend autonomen Redaktionsgruppen im ganzen Land nach ihren Bedürfnissen gefüllt werden. Dabei ist das Mittelblatt dem Regional-, das Außenblatt dem Lokalprojekt zugeordnet (wobei es prinzipiell nicht immer beides geben muss).

Gibt es Regeln, welche Inhalte die Regional- und Lokalprojekte auf welchen Seiten unterbringen sollen?
Ja, die gibt es. Beim Durchblättern der Zeitung von vorne nach hinten sollen zwei Regeln beachtet werden:

  1. Lokal- und Regionalprojekte sollen sich mit ihrem Territorium auseinandersetzen. Dadurch wandert der Leser beim Durchblättern einmal vom Lokalen ins Globale und danach wieder zurück ins Lokale.
  2. Der vordere Teil (Seiten 1-5) enthält Nachrichten und ist damit der „beobachtende Teil“. In der Mitte (Seite 6/7) steht eine Doppelseite zu einem aktuellen Thema oder Jubiläum („theoretischer Teil“). Der hintere Teil (Seiten 8-12) ist der „bewegungsorientierte Teil“. Er schließt auf Seite 12 mit dem lokalen Terminkalender ab, der die Möglichkeit eröffnet, sich selbst einzubringen.

Im Idealfall liest der Leser die Zeitung von vorne nach hinten, erfährt dabei etwas über Ereignisse aus seiner unmittelbaren Umgebung, schreitet dann immer weiter zu ferneren und abstrakteren Ereignissen fort. In der Mitte steht nach dem Beobachteten die Analyse, die didaktische Aufbereitung eines aktuellen Themas der linken Bewegung. Anschließend – und hoffentlich mit der Erkenntnis, dass die Welt verändert werden muss – kehrt der Leser aus dem Globalen „auf den Pfaden der linken Bewegung“ wieder in sein lokales Umfeld zurück. Mit dem Terminkalender findet er erste Möglichkeiten, sich zu organisieren und einzubringen.

Gibt es eine Mindestauflage für ein Lokal-/Regionalprojekt?
Ja. Die Mindestauflage für ein Lokalprojekt liegt bei 5.000 Exemplaren, für ein Regionalprojekt bei 10.000. Diese Mengen sind durch die Druckkosten bestimmt und so kalkuliert, dass bei dieser Mindestauflage der Preis einer Zeitung bei ca. 6 ct liegt. Prinzipiell sind Ausnahmen von dieser Regel denkbar, sofern sie alternative Finanzierungskonzepte finden.

Wie oft soll die Zeitung erscheinen?
Wir planen eine Erscheinungsweise alle zwei Monate, jeweils zum ersten eines ungeraden Monats. Wie oft die jeweiligen Lokalprojekte erscheinen, hängt auch von den konkreten Bedingungen vor Ort ab.

Politische Inhalte

Welche Inhalte sollen behandelt werden – und welche nicht?
Wir wollen Freude an der linken Bewegung vermitteln und bisher unbeteiligte Menschen in unseren Kulturkreis einladen. Das heißt, dass wir besonders unsere positiven Errungenschaften herausstellen wollen – und nicht unsere zahlreichen Streitigkeiten. Das Thema „Israel und Palästina“ wird beispielsweise bei uns ausgeblendet, solange sich nicht substanziell etwas an der Situation im Nahen Osten und an der Wahrnehmung in der Linken ändert. Wer dieses Ausblenden von strittigen Themen nicht erträgt, wird nicht gezwungen, mit uns zusammenzuarbeiten.

Was sind „die zwei goldenen Grace-Hopper-Regeln“?
Die beiden Regeln gehen auf Zitate der Computer-Pionierin Grace Hopper (1906 – 1992), ihres Zeichens Admiral der US-Navy, zurück und lauten:

  1. If in doubt – do it (Im Zweifelsfall – tu es)
  2. It’s easier to ask forgiveness than to get permission (Es ist leichter, um Verzeihung zu bitten, als eine Erlaubnis zu bekommen)

Soll heißen: Lieber einmal zu oft etwas ausprobieren und damit scheitern, als es gar nicht erst zu versuchen. Wir wollen Kreativität und alternativen Lösungsansätzen so viel Raum bieten wie möglich, daher schreiben wir uns diese beiden Regeln auf die rote Fahne.

Was bedeutet das Prinzip „De socialismo nihil nisi bene“?
Diese Regel steht noch über den zwei goldenen Grace-Hopper-Regeln und ist praktisch unsere „Oberste Direktive“. So wie es bei den alten Römern hieß, lieber gar nichts über die Verstorbenen zu sagen, wenn man nichts Positives zu sagen hatte, so gilt bei uns: Wir reden nicht schlecht über den Sozialismus, sei es ein heutiger Ansatz oder ein vergangener. DDR-Bashing hat bei uns genauso wenig Platz wie Kritik an Nordkorea. Das besorgen andere schon zur Genüge und auch Linke werden reichlich andere Kanäle dazu finden – bei uns gilt hier: Lieber einfach mal die Klappe halten.

Warum heißt die Seite 8 „Aus den sozialistischen Staaten“?
Der zweite Teil der Zeitung, der mit Seite 8 beginnt, soll die Lösungsansätze und Aktivitäten der linken Bewegung aufzeigen und zum Mitmachen einladen. In den sozialistischen Staaten werden und ganz unterschiedlichen nationalen Voraussetzungen verschiedene Sozialismusvorstellungen erprobt. Die aktive Solidarität mit diesen Entwicklungsschritten ist ein Eckpfeiler unseres Verständnisses von linker Bewegung. Wir wollen Erfolge sichtbar machen und das Verständnis für die jeweiligen Besonderheiten fördern. Auf den anschließenden Seiten werden dann zunehmend staatsferne Teile der Bewegung gezeigt, die wir aber nicht losgelöst von der staatlichen Machtfrage im Vakuum schweben lassen wollen. Auch deshalb haben wir „unsere Staaten“ als Ausgangspunkt für den zweiten Zeitungsteil gewählt.

Warum benutzt ihr nicht konsequent gender-konforme Ausdrucksweisen?
Weil wir faul sind und gender-konforme Ausdrucksweise nicht zu den üblichen Kampfformen des aktuellen Kernteams zählt. Wir machen allerdings keinerlei Vorgaben. Jeder Autorin und jedem Autor bleibt es überlassen, die ihm oder ihr angemessen scheinende Form zu wählen.

Adressaten

Wer soll die Zeitung machen?
Mitmachen können alle, die die linke Bewegung stärken wollen. Dazu gehört, andere Beteiligte zu respektieren und auch bereit zu sein in einem Team zusammenzuwirken.

Wer soll die Zeitung lesen?
Wir produzieren eine Steckzeitung, die an die ganz normale Wohnbevölkerung verteilt werden kann. Ziel ist es, durch wiederkehrende Präsenz den linken Kulturraum nicht mehr als etwas Fremdes erscheinen zu lassen und langfristig die Hemmschwelle zu senken, sich selbst einzubringen.

Wer soll die Zeitung austragen?
Generell gibt es drei Optionen: a) Die Käufer der Zeitung verteilen sie selbst, b) die Macher der Zeitung organisieren die Verteilung ehrenamtlich oder c) wir bezahlen (junge) Genossen dafür, sie zu verteilen.

Finanzierung

Wird die Zeitung kostenlos verteilt?
Nein, eine Zeitung kostet 0,20 €. Diese zahlt allerdings nicht der letztendliche Leser, sondern jemand anderes, der das Exemplar anschließend verschenkt.

Wer soll die Zeitung kaufen und verschenken?
In der linken Bewegung gibt es ganz unterschiedliche Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Wir wollen möglichst vielen von ihnen Beteiligungsmöglichkeiten bieten: Manche haben journalistisches Talent und haben Zeit oder wenigstens neben ihrer eigentlichen Arbeit noch etwas Zeit übrig – diese Menschen machen die Zeitung. Andere haben Zeit und weniger Talent – diese können sich z.B. bei der Verteilung der Zeitung einbringen. Es gibt aber auch Menschen, die einen stressigen Berufsalltag und eher ein paar Euro als ein paar Stunden übrighaben – diese Menschen können ihren Beitrag leisten, indem sie Zeitungen kaufen und verschenken.

Wie berechnet sich der Preis von 20 ct?
Der Preis dient im Wesentlichen der Kostendeckung. Grundlage ist unser Anspruch, dass möglichst viele Arbeiten an der Zeitung (vorerst zumindest Bild- und Textinhalte) mit einem Stundensatz von aktuell 10 € vergütet werden können sollen. Abzüglich 2 ct Mehrwertsteuer bleiben 18 ct zu verteilen. Diese gehen zu gleichen Teilen in drei Bereiche: Druck, Inhalte und Versand/Verteilung. Entscheidet sich ein Lokalprojekt jedoch zur ehrenamtlichen Arbeit, können eingesparte Mittel dazu genutzt werden, mehr Exemplaren zu vergünstigten Konditionen zu drucken.

Wird es Werbung geben?
Ja, in begrenztem Umfang und mit klarer Präferenz auf linke Projekte/Organisationen wird es auch gedruckte Anzeigen ebenso wie Einlegeblätter geben. Anzeigenerlöse fließen vor allem in die Finanzierung der Projektentwicklung.

Warum sollten Gruppen, die in der Lage sind, 500 € – 1.000 € oder sogar mehr pro Ausgabe zu organisieren, nicht eigenständig ihre Projekte entwickeln, sondern stattdessen große Teile vom zentralen bzw. regionalen Projekt übernehmen?
Gute Frage. Zum einen bieten wir eine dauerhafte Online-Infrastruktur, um die sich kein Einzelprojekt mehr kümmern muss – das schließt Arbeitsersparnis bei der Erarbeitung und Online-Publikation ein. Zum anderen werden wir ein Druckprodukt anbieten, das allein in Sachen äußerer Erscheinung („richtiges“ Zeitungspapier, Zweifarbdruck, einheitliches Layout) nur schwer in eigenständiger Arbeit zu erreichen ist. Zu bedenken ist auch, dass man bei einer eigenen Kostenkalkulation leicht Nebenkosten, wie z.B. den Versand der Zeitung an die verteilenden Genossen, unbeachtet lässt – ganz davon abgesehen, dass wir bei unserer Kalkulation auch schon eine marktübliche Vergütung für redaktionelle Inhalte vorhalten. Und nicht zuletzt bietet unser offener Ansatz die Möglichkeit, mit anderen Gruppen in Verbindung zu treten, gemeinsam etwas zu erreichen und so das linke Eigenbrötlertum aufzubrechen.

Technik

Was ist der PRAWDOMAT?
Der PRAWDOMAT existiert noch nicht, er wird erst erarbeitet. Er wird ein Onlinesystem sein, in dem redaktionelle Inhalte erfasst, später arrangiert und letztlich publiziert werden. Dazu kommen ergänzende Features wie die Erfassung von Steckgebieten, das Sammeln von Terminen und das gesamte Management der Regional- und Lokalprojekte.

Was unterscheidet die Arbeit mit dem PRAWDOMAT vom konventionellen Herstellen kleiner linker Zeitungen?
Typischerweise arbeiten Redaktionen kleiner linker Zeitungen heute so, dass sie sich Artikel und Bilder per E-Mail schicken und besprechen. Anschließend ist ein Layouter damit beauftragt, alle diese Materialien in ein druckbares Layout zu überführen. Er ärgert sich dabei regelmäßig über doppelte oder dreifache Leerzeichen und eine oft grauenvolle Formatierung, die mühselig angepasst werden muss. Ist diese Arbeit getan, werden bei fortschrittlichen Projekte die Artikel auch noch auf einer Webseite publiziert.

Wir wollen diesen Prozess umdrehen: Beim PRAWDOMAT-Konzept werden die Texte von Anfang an nach definierten Formatvorgaben im Online-System gesammelt. Dazu wird es auf der Webseite Eingabemasken und später auch Bearbeitungswerkzeuge geben. Sind die Inhalte erfasst, kann ein Groblayout vorgenommen werden, bei dem alle Inhalte, die ja schon in der Datenbank liegen, bestimmten Plätzen im Layout zugewiesen sind. Eine Exportfunktion fasst anschließend alle Inhalte in einer Scribus-Datei zusammen und nimmt dem Layouter damit den ungemütlichen Teil der Arbeit ab – der muss sich jetzt nur noch um den Feinschliff kümmern und seine fertige PDF-Datei wieder ins System hochladen.